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ÜB = Ülmkebach AII, BI, BIII, BIV = nachgewiesene Stauteiche A, AI, AIII, AIV, BII, BV, BVI = vermutete Stauteiche B1, B2, B4, B5 = nachgewiesene Staustufen A1, A2, A3, A4, A5, B3, B6, B7 = vermutete Staustufen KA = heutige Kläranlage VG = nachgewiesener Vorgraben V1 = nachgewiesene Vorgrabenstaustufe NW = Nordwall WW = Westwall SW = Südwall BT = Brücktor OT = Ostentor WT = Westentor HT = Hüsingtor AM = Alte Mühle, vor 1740 NM = Neue Mühle, nach 1740 MS = Mühlenstrang MG = Mühlengraben NS = Nordstraße 1 = Altstadtkern, die ehem. Xantener "curtis principalis swerte" 2 = St.-Victor-Kirche und Kirchhof 3 = Haus Schwerte, verm. ehem. der Sitz des xantener "villicus" oder Schultheißen 4 = Burghof "Helle", 1964 abgebr., verm. früher der Zentralhof des märk. Hofesverbandes Schwerte-Halingen 5 = Ehem. Luth. und Ref. Pastorate 6 = Ehem. Weidenhof, heute Wuckenhof. Verm. das ehem. Wirtschaftsgut (Wideme, Wedeme) der Pfarrei. Seit 1573 Sitz der Herren v. Syberg a. d. Hause Wischlingen 7 = Heutige ev. Diakonie 8 = Hellpothstraße 9 = Ostenstraße 10 = Alter jüdischer Friedhof im Stadtgraben. Bestand noch 1908. 11 = Heutiger jüdischer Friedhof |
Durch die Anlage von zwei Stauwehren, einmal zwischen Nordwall und dem heutigen Neumarkt (A1)4), sowie auf Höhe des Hauses Nordwall Nr. 7 und der heutigen städtischen Toilettenanlage (B1) (siehe Abb. 3), wurde der Ülmkebach aufgestaut und dieses Grabenstück geflutet. Dieser so gebildete "oberste Stauteich" (A) entwässerte verm. durch die Überläufe beider Stauwehre in zwei Richtungen über die Stauteiche (AI), im Bereich des heute höher gelegten Parkplatzes am Ruhrtalgymnasium. Dieser, aufgrund des hier starken Gefälles der Senke nur kurze Stauteich, im Volksmund früher auch als das "Loch" bekannt, entwässerte über die durch einen kartographisch nachgewiesenen Turm gesicherte Staustufe (A2) in den Stauteich (AII). Er umfaßte einst das Gelände des schon genannten Kinderspielplatzes zwischen Nordwall und RTG, dessen Stauwehr (A3) vermute ich nach dem Urkataster auf Höhe des Hauses Nordwall Nr. 18. Den folgenden Stauteich (AIII) welcher mit dem Restteil von Pferdekämpers Wiese identisch ist, begrenzte die Staustufe (A4), die ich im Knickwinkel des Nordwalls orte. Der anschließende Stauteich (AIV) diente dem Schutz des Ostentores, dem Haupttor der Stadt, durch welches der Verkehr in Richtung Hellweg, Dortmund und Unna geführt wurde. Dessen Staustufe (A5) lag vermutlich auf Höhe des Hauses Hellpothstr. Nr. 24, da dessen Vorgängerbau eindeutig auf den Resten eines nach außen vorspringenden Mauerturms errichtet wurde, welcher höchstwahrscheinlich dem Schutz des Stauwehres diente. Eine weitere Staustufe (A6) ist nicht mehr erschließbar, könnte aber durchaus vorhanden gewesen sein. Nach meiner Meinung ist davon auszugehen, daß zumindest ein Teil der Stauwehre durch Mauertürme gesichert wurde, da diese Wehre im Falle eines Angriffs eine Annäherungshilfe an die Stadtmauer für den Gegner darstellten.
Bei der Teichkette A - BVI sahen die Verhältnisse anders aus. Wenn wir annehmen der Pegel des "Feuerteiches" (BI) hätte ebenfalls 2 m unterhalb des Pegels von Stauteich A gelegen, so stand sein Pegel an der Staustufe B2 bei 112,0 m ü. NN. Aufgrund des geringen Geländeabfalls bis zum Stauwehr B3 können die Teiche BI und BII6) maximal nur je 1,5 m abgetreppt gewesen sein. Wegen des ab Staustufe B4 einsetzenden starken Gefälles müssen wir davon ausgehen, daß die Pegel der Teiche BIV und BV jeweils um 2 m abgetreppt waren. Von BV zu BVI waren es verm. wieder 1,5 m. Zwischen dem Pegel des letzten, durch das Wehr B7 gebildeten Stauteiches (BVI), bis zum Pegel des Mühlenstrangs (MS2 = 102,0 m), fehlten nunmehr noch 2 m. Es ist nicht mehr festzustellen, wo die Wehre B6 und B7 gelegen haben und wie die Einlaufsituation in den Mühlenstrang geregelt war, da in diesem Bereich durch den Bau der Kläranlage (KA) das Terrain vollständig umgestaltet wurde. Zur Erläuterung des Textes siehe das hier abgedruckte Diagramm des Abtreppungsschemas und der Pegelstände der Teichketten A und B (Abb. 4).
Zur Frage der Konstruktion der Stauwehre kann nur der Spaten des Archäologen die Antwort bringen. Nach meiner Ansicht kann es sich durchaus um doppelte Holzpfosten-Spundwände gehandelt haben, deren mögliches Konstruktionsschema die hier abgebildete Zeichnung zeigt (Abb. 5). Bei den 2 m hohen Staustufen könnte zusätzlich das Winkelstück, zwischen Spundwand und der Stützstrebe, mit einer Packlage aus Steinen verfüllt gewesen sein.
Wie uns zwei Aufnahmen des Südwalls von ca. 19007) und 19268) deutlich zeigen, besaß der Südwall an seiner Außenseite, zwischen Westentor und der Mühle (NM), eine vorgesetzte, heute nicht mehr vorhandene Mauer, welche der Verfasser für die Überreste der eigentlichen Stadtmauer hält. Danach besaß der obere Südwall keine Wallanschüttung sondern nur einen Terrassenabstich zum Stauteich BIII mit einer vorgesetzten, das Planum vermutlich um ca. 3 m überragenden Mauer mit Schießscharten. Der untere Südwall dagegen, ab der Staustufe B5, besaß einen hinterschütteten Erdwall mit stadteinwärtiger Stützmauer. Ich habe hier beide Befunde im Schnitt einmal darzustellen versucht (Abb. 6). Die genauen Maße dürften erst durch eine Grabung zu ermitteln sein.
In 3 m Abstand dazu verlief die zweite Mauer in einer Stärke von 1,80 m. Ich habe den Befund einmal in einer schematischen Zeichnung dargestellt (Abb. 7). Die von G. Hallen geäußerte Vermutung, daß wir es hier möglicherweise mit den Fundamenten des in der Karte von 1796 dargestellten Turmes zu tun haben, konnte ich nicht teilen, da dieser eindeutig der Staustufe A2 zuzuordnen ist. Wenn wir davon ausgehen, daß auch die Staustufe A1 durch einen Turm gesichert wurde, der demnach nur wenige Meter oberhalb gestanden haben müßte, so ist ein Turm an dieser Stelle völlig sinnlos. Leider ist eine klärende Grabung bis heute unterblieben. ![]() ![]() |
Wie man sich die ursprüngliche Konstruktion des Brücktores mit der "Alten Mühle" vorstellen könnte gibt meine Zeichnung wieder (Abb. 10). 

